Gossing-family
FlashIntro
Die Geschichte
Der Name
Die Gossings
Dokumente/Besonderheiten
Bilder
Gästebuch/Kontakt
Links
Impressum
Auswanderung aus der Schweiz
Das Leben der Schweizer in Ostpreußen
Ostpreußen heute
Auswanderung aus der Schweiz

 


 

„…die Schweitzerische Nation, alß die Eintzige, die einen Überfluß an Volck hat, und die sich nicht zu opponieren pfleget, wann man Ihre Einwohner an sich zu ziehen suchet….

                    A .von  Dohna, Schlobitten, 5.4.1713

 

Auswanderung fand in der Schweiz vom 15. bis 19. Jahrhundert in zwei

unterschiedlichen Formen statt:

 

  • der Übersiedlung, also der permanenten Auswanderung und
  • dem Reislaufen, das war das zeitweise Auswandern in die Kriegsdienste anderer Staaten

 

Während die Übersiedlung erst im 16.Jahrhundert im Umfang nennenswert wurde, sich im 17./18.Jahrhundert gar verdoppelte, um im 19. Jahrhundert sich explosionsartig zu verzehnfachen, war das Reislaufen im 19.Jahrhundert nicht mehr nennenswert. Obwohl das Anwerben also verboten war, blieb das Eintreten in fremde Militärdienste für den einzelnen Schweizerbürger straffrei. Erst mit dem Inkrafttreten des Militärstrafgesetzbuches (MStG) von 1929, das in Art. 94 ein Verbot ausspricht, wurde dieses Verhalten strafbar..

Die Gründe für die Auswanderungen im 17. und 18.Jahrhundert war die noch weit ins 19. Jahrhundert hineinreichenden schlechten Lebensbedingungen der Landbevölkerung. Diese wurden im Wesentlichen durch einen Mangel bzw. ungünstige Verteilung der landwirtschaftlichen Nutzfläche und durch eine zunehmende Überbevölkerung verursacht. Daher handelt es sich bei den Auswanderern dieser Zeit meist um Personen der ärmeren Schichten wie Heimarbeiter, Tagelöhner oder Kleinbauern. Auch die Realteilung von Höfen, innere und größere wirtschaftliche Auseinandersetzungen wie Missernten oder Viehsterben waren Ursachen, wie auch nichtschweizerische Krisen oder Kriege. So wanderten Mitte des 17. Jahrhunderts über 4000 Züricher in die vom Dreißigjährigen Krieg entvölkerten Gebiete im Südwesten des heutigen Deutschland. Ab dem 18. Jahrhundert verschlechterte sich die sozial-wirtschaftliche Lage auch in der Schweiz durch steigende Bevölkerungszahlen, Realteilung, geringe Zunahme der landwirtschaftlichen Erträge und Verharren in alten gewerblichen Strukturen. Die erste Schweizer Kolonie im 17.Jahrhundert an der Wolga wurde unter Katharina II. in der Mitte des 18. Jahrhunderts durch eine neue Auswanderungswelle von Schweizern vergrößert. Im 18. Jahrhundert lockten die großen Weiten Nordamerikas. Durch bessere Reisewege dorthin steigerte sich der Anteil auf die Hälfte aller schweizerischen Auswanderer. Dem folgten im Beginn des 19. Jahrhunderts erste Ausreisen nach Südamerika.

Es gab schon vor 1710 Auswanderungen nach Brandenburg-Preußen. Während der Regierung von Kurfürst Friedrich Wilhelm I. (der Große Kurfürst) warb dieser Kolonisten zur Wiederbesiedlung der wüst liegenden Stellen in der Mark an, weitere Schweizer aus Bern zur Kultivierung des Golmer Bruchs bei Potsdam. Dies wiederholte sein Sohn Friedrich III. (später König Friedrich I. in Preußen) mehrfach, um fähige Bauern oder Handwerker ins Land zu bekommen. Aber auch Soldaten der Schweiz erbat der Kurfürst 1691 aus den evangelischen Kantonen. Diese sollte seine „Schweizer Garde“ sein. Das wurde seitens der Schweiz genehmigt. Diese königliche Leibgarde bestand bis zu seinem Tod 1713.

Das Hauptaugenmerk war aber die Anwerbung von Bauern. Diese verlief nicht kontinuierlich sondern in Wellenbewegungen. Wenn immer der Strom der Einwanderer nachließ, setzte die Werbung durch so genannte „Patente“ ein. Eine Masseneinwanderung von Schweizern nach Preußen im Jahr 1712 setzte nach einem Patent vom September 1711 ein. Auch unter dessen Sohn, Friedrich Wilhelm I. (der Soldatenkönig) fand weiterhin die Anwerbung der Schweizer statt.

Es gibt keine gesicherte Erkenntnis über die tatsächlichen Beweggründe der Gruppe Gossin (Abraham und Jean G., Stamm Gorion G., CH 3) von Auswanderern aus Crémines, die bereits im März 1710 nach Preußen aufgebrochen ist. Es ist zu vermuten, dass die Kenntnis über die Patente-Praxis sich herumgesprochen hatte. Weiterhin ist zu vermerken, das bei den französischsprechenden Schweizern des Jura die Informationen möglicherweise schneller ankamen, da der unten zitierte Graf Alexander zu Dohna ein geborener Schweizer vom Genfer See  war, der seit 1677 in preußischen Diensten war und später bei der Repeuplierung, dem „Retablissement“ von Ostpreußen, eine entscheidende Rolle spielte.                           



 

Personalie:

Alexander zu Dohna-Schlobitten (geb. 1661 auf Schloss Coppet bei Genf, gest. 1728 in Königsberg) war 1701 - 1703 Gouverneur von Pillau, Amtshauptmann der Ämter Mohrungen und Liebstadt, preußischer Generalfeldmarschall, Gesandter in Schweden, Staatsminister, Vorsitzender der ostpreußischen Provinzialregierung, Vorsitzender jener Kommission, die nach der großen Pest 1709/1711 das "Retablissement" der Provinz, also die Wiederbesiedlung der verödeten Landstriche durch Glaubensflüchtlinge aus Salzburg, der Schweiz und anderen Teilen Europas betrieb. An der Erlangung der Königswürde für Kurfürst Friedrich III., nachmalig König Friedrich I., hatte er tatkräftigen Anteil. Bis 1704 war Graf Alexander als Oberhofmeister verantwortlich für die Erziehung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm, des späteren Soldatenkönigs. Die Fama berichtet, dass er es war, der seinen Zögling die Grundsätze von Sparsamkeit, Aufrichtigkeit und Toleranz lehrte. Er war der eigentliche Ahnherr der Dohna-Linie Schlobitten und Bauherr der dortigen barocken Schlossanlage, die bis 1945 bestand.

 

 

FlashIntroDie GeschichteDer NameDie Gossings Dokumente/BesonderheitenBilderGästebuch/KontaktLinksImpressum